Android SDK einrichten

Wie bei allen Java Programmen, kann man auch Android Apps einfach in einem Editor schreiben und von den SDK Tools kompilieren lassen. Wesentlich einfacher ist es mit Eclipse. Google hat hier nicht gespart und man bekommt alles Notwendige direkt mitgeliefert.

Android SDK

Die Android SDK kann von http://developer.android.com/sdk/index.html heruntergeladen werden. In der ZIP (Windows) bzw. TGZ (Linux) Datei befindet sich der SDK Manager und einige Tools zum Debuggen.

Um die SDK zu installieren muss man das Archiv entpacken und den SDK Manager starten (Linux: tools/android, Windows: SDK Setup.exe). Dieser bietet beim ersten Start eine Auswahl an Paketen an, die man einzeln mit “Accept”, oder “Reject” an- und abwählen kann. Vor der Installation sollte man daran denken, dass der SDK Manager alles in sein aktuelles Verzeichnis installiert. Man wird also nicht nach einem Installationsordner gefragt.

Zur Auswahl stehen mehrere SDK Versionen angefangen mit 1.1 (API2) bis 2.1 (API7) und neuer. Natürlich kann man alle API Versionen installieren und sich später darüber Gedanken machen, was man wirklich braucht. Ich mag es persönlich nicht, wenn unnötig viel installiert wird. Deshalb hier ein Paar Empfehlungen:

API 2.X: sollte gewählt werden, wenn man immer auf dem aktuellsten Stand sein will und weiss, dass man Teile der neueren API braucht.

API 1.6: ist nicht soo aktuell, aber sehr viele Geräte (sowohl ältere als auch neuere!) laufen noch mit Android 1.6, will man also eine Anwendung schreiben, die auf möglichst vielen Geräten läuft, ist das die beste Wahl.

Während der Installation kann die Fehlermeldung “Failed to fetch URL kommen. In diesem Fall sollte man unter “Settings” -> “Misc” die Checkbox “Force https:// …” aktivieren. Danach klapps auch mit dem Download.

HINWEIS: den SDK Ordner kann man hinlegen wohin man möchte. Unter Windows habe ich mir unter C: einen Android Ordner dafür angelegt. Alle Einstellungen werden sowieso im Benutzerordner gespeichert.

Eclipse

Die Eclipse IDE kann von http://www.eclipse.org/downloads/ heruntergeladen werden.

Die beste Wahl ist “Eclipse IDE for Java Developers”. Dieses Paket ist kompakt und beinhaltet alles Notwendige.

Nach der Installation kann man Eclipse das erste Mal starten und ein Workspace anlegen (wird automatisch angeboten).

ADT Plugin für Eclipse

Eclipse kann von sich aus nichts mit der Android SDK anfangen. Hierfür benötigt man die “Android Development Tools”, die direkt in Eclipse installiert werden können.

  1. “Install new Software” im “Hilfe” Menü auswählen
  2. rechts Oben den Button “Add…” anklicken
  3. bei “Location” folgende Adresse eintragen: https://dl-ssl.google.com/android/eclipse/ und mit OK bestätigen
  4. Die Liste wird nun aktualisiert und man kann “Android Development Tools” auswählen
  5. Mit “Next” fortfahren und eventuelle Warnung über unsichere Quellen ignorieren
  6. Ist die Installation fertig, fragt Eclipse ob es neu starten, oder die Konfiguration Übernehmen soll. Hier sollte man unbedingt den Neustart wählen
  7. Als Letztes muss man dem ADT Plugin noch mitteilen, wo sich der SDK Ordner befindet. Hierzu öffnet man das Menü “Windows” -> “Preferences” und wählt den Punkt “Android” (auf der linken Seite) aus. Rechts oben trägt man nun den SDK Ordner unter SDK Location” ein und bestätigt mit “Apply”.

Ist alles korrekt verlaufen, so werden die vom SDK Manager installierten API Versionen im Preferences Fenster angezeigt.

Weitere Informationen zum ADT Plugin findet man unter http://developer.android.com/sdk/eclipse-adt.html.

Der erste Start mit ADT

Ist alles korrekt installiert, findet man in Eclipse einige neue Android-spezifische Funktionen. Als erstes fällt einem das kleine Handy, bzw. bei neueren ADT Versionen das Android  Symbol in der Symbolleiste auf, über das man den SDK und AVD Manager direkt starten kann. Hier sollte man als allererstes ein “Virtual Device” anlegen (Den SDK Manager findet man auch im Menü “Window”).

Jetzt ist alle bereits für die ersten Gehversuche. Das virtuelle Device kann man testweise manuell starten. Es sieht nicht nur aus wie eine normales Android System, sondern das ist es auch. Man kann also alles machen, was Android hergibt (außer Telefonieren ;) ).

MOTODEV, die Alternative

Da ich selber ein Milestone von Motorola habe, wurde ich auf das Developer Studio von Motorola aufmerksam. Es heisst “MOTODEV Studio for Android” und man kann es unter http://developer.motorola.com/ nach einer Registrierung herunterladen.

Das Studio baut auf einer durch Motorola angepassten Eclipse Version auf. Also Eclipse mit Zusatzfeatures. Dabei sind alle normalen Funktionen von Eclipse erhalten geblieben. Man hat beispielsweise die Wahl zwischen der optimierten MOTODEV und der normalen Java Ansicht. Die zweite sieht aus und verhält sich genauso wie eine unmodifizierte Eclipse Version.

Folgende Vorteile hat MOTODEV im Vergleich zur manuellen Methode:

  • mehr Wizards
  • (original) ADT Wizards verbessert
  • SDK und ADT müssen nicht separat installiert werden
  • Virtual Device direkt in die IDE eingebunden
  • optimierte Debug Ansicht
  • mehr Code Snippets
  • mehr Beispiele

Nachteile:

  • Registrierung notwendig. ACHTUNG: es wird eine Bestätigungsmail verschickt, also einen Fake Account nutzen, auf den man auch Zugriff hat!
  • ADT und SDK Versionen hinken einige Wochen hinterher und kommen aus einem Repository von Motorola

    • Dorschdn
    • 1. Nov. 2011 8:51am

    super Erklärung und vorallem in einem verständlichem Deutsch. Vielen vielen Dank!

    • derjanni
    • 3. Nov. 2011 10:56am

    Schöne Anleitung :-) Ich hab’ auf meiner Seite noch ein paar Codebeispiele für AsyncTask, HttpClient usw. dabei – vielleicht interessiert’s Dich ja: http://www.kammerath.net/android-app-programmieren.html

    Viele Grüße,

    Jan